Wie wir Gleichberechtigung leben

Jennys Blog

Das hat für mich persönlich mehr mit Gleichberechtigung zu tun als alles haarklein 50/50 aufzuteilen an Care-Arbeit, Hausarbeit und Finanzdingen.

Kommunikation auf Augenhöhe

Was uns am wichtigsten ist bei unserer Familienkultur und unserem Modell ist es auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren und als Team zu fungieren in vollem Vertrauen zueinander. Und uns beide vollumfänglich um die Kinder kümmern zu können und auch von ihnen gleichberechtigt wahrgenommen zu werden in allen Belangen.

Das hat für mich persönlich mehr mit Gleichberechtigung zu tun als alles haarklein 50/50 aufzuteilen an Care-Arbeit, Hausarbeit und Finanzdingen.

Was ist mit den Emotionen?

Weil sind wir einmal ehrlich – natürlich kann man die hard facts, nenne ich sie einmal, genau aufteilen, aber wie macht man das mit den Emotionen? Jeder Mensch hat andere Stärken, erledigt gewisse Aufgaben effizienter und somit schneller, jeder Mensch hat ein anderes Stressempfinden… und das ändert sich auch noch ständig, je nachdem auch in welcher Phase man sich gerade befindet.

Warum zum Henker sollte ich ein Loch in die Decke bohren, an die ich nicht wirklich dran komme, einen größeren Aufwand hätte, es schlicht nicht gut kann und mir bei dem harten Beton die Kraft fehlt? Nur um den Kindern zu zeigen, dass Mama einen Bohrer schwingen kann? Dann baue ich halt das nächste Mal das Bett oder die Kommode zusammen und befinde mich deutlich mehr in meiner Wohlfühlzone und kann meine Stärken einfließen lassen.

Alle haben unterschiedliche Talente…

Das finde ich wichtig den Kindern zu zeigen – jeder ist anders, alle haben Stärken und Talente. Lerne diese kennen, probiere alles einmal aus. Aber, wenn man etwas nicht gut kann, frage jemanden, der es kann. Bitte um Hilfe. Du bist dadurch kein schlechterer Mensch. Wir profitieren voneinander.

Dann kommen noch die Kinder dazu, die ja auch ihre eigene Meinung und Wünsche haben. Und manchmal wollen sie gerade lieber Mama oder Papa.

Mit Komplikationen muss gerechnet werden

Hui, dann wird es kompliziert, das genau gleichberechtigt aufzuteilen…

Hochgerechnet habe ich mehr Care-Arbeit übernommen und weißt du was – es ist vollkommen okay für mich. Wir haben das bewusst so gewählt und ja auch bei uns hat es jobtechnisch aus vielen Gründen einfach viel mehr Sinn gemacht. Weil wir die große Vision und unsere Werte kennen und dahingehend Entscheidungen treffen. Beni wäre nicht da, wo er heute ist, wenn ich ihm nicht den Rücken frei gehalten hätte. Und das weiß er und wertschätzt es. Aber anders herum ist es genauso. Darauf kommt es an!

Es kommt auf die Bindung an

Die Bindung von Beni zu den Kindern ist genauso stark wie zu mir, das war uns immer wichtig und wir haben darauf stets geachtet. Und wie man sieht, hat dies nichts damit zu tun, ob der eine nun ein paar Stunden mehr oder weniger mit ihnen verbringt.

Ich denke, wenn diese Dinge gegeben sind, jeder die Möglichkeit hat, seine Träume zu verfolgen, man sich gegenseitig bedingungslos unterstützt und gewisse Absicherungen schafft, dann muss nicht alles ‚fair‘ aufgeteilt sein und aufgerechnet werden.

Ändere deine Gedanken und die Welt ändert sich

In unseren Köpfen sollte auch dringen ein Umdenken stattfinden – bei uns im Einzelnen erkennen, dass Care- und Hausarbeit ein verdammt wichtiger Job ist und mehr Respekt verdient. Fange an, dich dafür zu respektieren und dann wird sich auch die Gesellschaft nach und nach verändern.

Dennoch setze ich mich sehr dafür ein, dass wir Frauen finanziell abgesichert sind. Irgendein fairer Ausgleich für das Mehr an unbezahlter Tätigkeiten sollte selbstverständlich sein.

 

Deine Jenny

Jenny Gondolf
Jenny Gondolf

Coach & Consultant
Ehefrau und Mama

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